PROJEKTE & LÄNDER

Hilfe für Kinder

Kindern in den verschiedensten Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt eine adäquate medizinische Versorgung anzubieten ist das Ziel des Hammer Forums. Dies umfasst sowohl die Einzelfallhilfe als insbesondere auch den Auf- und Ausbau von geeigneten Einrichtungen in den Heimatländern der Kinder. Die Maßnahmen des Hammer Forums sind deshalb auf das jeweilige Projektland abgestimmt und entsprechen internationalen Standards.
Im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe stellt das Hammer Forum in den Projektländern jedoch nicht nur materielle Hilfe zur Verfügung, sondern legt auch großen Wert auf die Aus- und Fortbildung des einheimischen Personals.
Zusätzlich zu den Projekten in den Heimatländern der Kinder bietet das Hammer Forum auch Einzelfallhilfe für die kleinen Patienten an. Hierzu reisen qualifizierte Fachärzte zusammen mit ihren Teams ehrenamtlich in die Krisenregionen und untersuchen, behandeln und operieren vor Ort erkrankte Kinder. Sie wählen auch jene kleinen Patienten aus, denen aufgrund personeller oder technischer Unzulänglichkeiten nicht in ihrer Heimat geholfen werden kann.

 


 

DERZEIT IST DAS HAMMER FORUM IN FOLGENDEN LÄNDERN ZUM WOHLE DER KINDER AKTIV:


Eritrea

Der eritreische Staat unternimmt große Anstrengungen, um die medizinische Versorgung seiner Bevölkerung zu verbessern. Doch noch immer sind die Folgen des jahrzehntelangen Bürgerkriegs spürbar. So mangelt es im ganzen Land an Fachärzten. Hierunter haben insbesondere die Kinder und Schwangeren zu leiden. Das Hammer Forum entschloss sich deshalb im Jahr 1995 auch für die Schwächsten in Eritrea aktiv zu werden. 

Dank des großartigen ehrenamtlichen Engagements zahlreicher Spezialisten und ihrer Teams, ist es dem Hammer Forum in den vergangenen Jahren gelungen wichtige Meilensteine in der Versorgung von Kindern in Eritrea zu setzen. Im Rahmen der Nachhaltigkeit seiner Hilfe, setzt das Hammer Forum verstärkt auf die Aus- und Fortbildung des einheimischen Personals. Und dies mit Erfolg. Dank der verbesserten Ausstattung der Einrichtungen und der kontinuierlichen Fortbildung des einheimischen Personals, können immer mehr Kinder in ihrem Heimatland adäquat versorgt werden. Wir freuen uns zusammen mit den Eltern über diesen Erfolg.

   

 


 

Guinea

Die Stadt Gueckedou und die gleichnamige Präfektur liegen in der sogenannten Languette, im Dreiländereck zu Liberia und Sierra Leone. Bei guten Straßenverhältnissen kann man die Stadt von der Hauptstadt Conakry in 13 Stunden Autofahrt erreichen. In der Regel sind jedoch zwei Reisetage einzuplanen, zumal die Straßen nachts aufgrund der zahlreichen Schlaglöcher sehr gefährlich sind.

2003 zu Projektbeginn lebten rund 100.000 Menschen in der Präfektur, heute sind es vermutlich über 180.000 Einwohner. 2001 wurde die gesamte Region bei Übergriffen liberianischer Rebellen regelrecht verwüstet. Die komplette Infrastruktur wurde zerstört, darunter auch nahezu alle Gesundheitszentren und das örtliche Krankenhaus. Schätzungsweise 60% aller Gebäude waren 2003 Ruinen. Mit dem Frieden in den Nachbarländern, kehrten die Flüchtlinge in ihre Heimat zurück. Hierzu zählen auch zahlreiche Guineer, die als Inlandsflüchtlinge vor der Gewalt geflohen waren. Vieles wurde wieder aufgebaut, doch die Region ist bitterarm. Aus eigener Kraft kann nur wenig erreicht werden.

Vorrangiges Ziel der Hilfe war zunächst, das Gesundheitszentrum Madina in Gueckedou wieder instand zu setzen und mit Leben zu füllen. Immerhin werden hier monatlich bis zu 2000 Patienten medizinisch versorgt. Viele davon Kinder und Schwangere.

Bei unseren Besuchen in den Schulen und bei Gesprächen mit Patienten in unserem Gesundheitszentrum stellten wir fest, dass das Wissen über Hygiene, Krankheitsvorsorge, Ernährung und ähnliche Themen häufig gering war. Deshalb haben wir 2004 an den Schulen mit einem Aufklärungsprogramm zu diesen Themen begonnen.

Um auch langfristig die medizinische Versorgung der Bevölkerung, insbesondere von Kindern und Schwangeren zu verbessern, ist eine bessere Ausbildung des lokalen medizinischen Personals in den Gesundheitszentren unabdingbar.

   

 


 

Jemen

Trotz deutlicher Fortschritte in den letzten Jahren, ist das Gesundheitswesen im Jemen noch immer unterentwickelt. Dies gilt insbesondere für die medizinische Versorgung auf dem Land. Zudem gibt es nur wenige Spezialisten, die Erfahrung mit der Behandlung von Kindern haben. Bedenkt man, dass Behandlungen und Krankenhausaufenthalte zudem kostenpflichtig sind, ist es nicht weiter verwunderlich, dass vielen Kindern der Zugang zu einer medizinischen Versorgung versperrt bleibt.

Bereits seit 1997 engagiert sich das Hammer Forum deshalb für erkrankte und verletzte Kinder im Jemen. Mit dem Al-Thawra-Hospital in Taiz, der zweitgrößten Stadt des Landes, wurde eine Klinik gefunden, die nicht nur zentral liegt, sondern auch zu Reformen bereit ist. Neben der medizinischen Einzelfallhilfe für Kinder, durch den Einsatz von chirurgischen Teams vor Ort, trägt das Hammer Forum mit seiner Hilfe auch zur Umsetzung der UN-Milleniumsziele z.B. im Bereich der Reduzierung der Kinder- und Müttersterblichkeit im Lande bei.
In Kooperation zwischen dem Hammer Forum und dem Al-Thawra-Hospital im Jemen entstanden seit 2003 die erste und einzige Fachstation für Brandverletzte im Jemen, vier OP-Säle und eine unfallchirurgische Kinderstation. Zudem unterstützt das Hammer Forum die Geburtshilfe sowie die Neonatologie sowie die radiologische Abteilung, die Krankenhausapotheke und das Labor der Klinik. Im Rahmen der Nachhaltigkeit seiner Hilfsangebote bildet das Hammer Forum darüber hinaus Physiotherapeuten aus sowie Krankenschwestern und Hebammen fort.

   

 


 

Kongo

Die Kinder im Kongo haben kaum Zugang zu einer medizinischen Versorgung
 
Die Demokratische Republik Kongo gehört nach einer Unicef-Statistik zu den fünf Ländern mit der höchsten Kindersterblichkeit weltweit. 2008 starben demnach 199 von 1.000 lebend geborenen Kindern bis zu ihrem fünften Geburtstag. Besonders erschreckend, während in allen anderen Projektländern des Hammer Forums die Kindersterblichkeit zwischen 1990 und 2008 zum Teil drastisch sank, ist die Quote in der Demokratischen Republik Kongo gleichbleibend hoch und liegt sogar über dem Durchschnittswert der am wenigsten entwickelten Länder.

Die medizinische Versorgung der Menschen – insbesondere der Kinder – in der DR Kongo ist katastrophal. In den meisten staatlichen Kliniken wurde seit 1960 kaum noch etwas investiert. Die Löhne des Personals werden nur sporadisch ausgezahlt. Von den Gebühren, die jeder Patient zu entrichten hat, müssen entsprechend alle Kosten gedeckt werden. Da für jede Untersuchung, jede Röntgenaufnahme, jedes Medikament usw. Geld gezahlt werden muss, zögert die verarmte Bevölkerung jeden Arztbesuch so lange wie irgendwie möglich heraus. Insbesondere für die Kinder hat dies oftmals katastrophale Folgen.

Hinzu kommt die stetig steigende Anzahl an mangel- und unterernährten Kindern, die für Erkrankungen besonders anfällig sind. Das Hammer Forum entschloss sich deshalb im Sommer 2008 das Hôpital Général in Kikwit, einer Stadt ca. 550 km östlich der Hauptstadt Kinshasa im Busch gelegen zu unterstützen. Vorrangig wurde eine Ambulanz für Kinder aufgebaut, die bereits nach kurzer Zeit jeden Monat rund 1.000 Kinder kostenlos behandelt. Darüber hinaus engagiert sich das Hammer Forum in der Renovierung und Sanierung aller Klinikbereiche, die für eine adäquate medizinische Versorgung von Kindern relevant sind. Hierzu gehören z.B. die Kinderstation, die OP-Säle aber auch Sanitäreinrichtungen. Darüber hinaus erarbeitet das Hammer Forum in Kooperation mit den einheimischen Kollegen geeignete Behandlungspläne für Kinder und operiert – sofern die Bedingungen es zulassen – Kinder vor Ort.

   

 


 

Sri Lanka

Im Mai 2009 beendete die sri-lankische Regierung den seit 1983 andauernden Bürgerkrieg zwischen Singalesen und der tamilischen Minderheit um einen unabhängigen tamilischen Staat. Durch eine großangelegte Militäroffensive  erreichten die Sicherheitskräfte die Niederschlagung der tamilischen Organisation „Liberation Tigers of Tamil Eelam“ (LTTE) und beendeten damit den Krieg. Berichten der Vereinten Nationen zur Folge fielen dem Konflikt über den gesamten Zeitraum ca. 100.000 Menschen zum Opfer. Allein 300.000 Zivilisten – darunter 90.000 Kinder – sind Binnenflüchtlinge aus den letzten Monaten des Krieges. Während des Bürgerkrieges, der sich größtenteils auf den Norden und Osten des Landes konzentrierte, zwangsrekrutierte die LTTE zahlreiche Kindersoldaten und setzte sie für ihre Zwecke ein.

Zusätzlich dazu war die Nord- und Ostküste massiv von den Tsunami-Flutwellen aus dem Jahr 2004 betroffen. Durch diese beiden Ereignisse ist die Basisinfrastruktur weitgehend zerstört und es fehlt an funktionierenden Einrichtungen der medizinischen Versorgung bei zugleich steigendem Bedarf nach medizinischer Behandlung. Besonders betroffen ist das örtliche Distrikt-Krankenhaus Mullaitivu.

Nach der Beendigung des Konflikts wurden die Binnenflüchtlinge in temporären Lagern interveniert. Mittlerweile hat die Regierung begonnen die Kriegsvertriebenen in andere Gebiete umzusiedeln, wo sie sich auf lange Sicht niederlassen können. Das Hammer Forum plant die basismedizinische Unterstützung sowie Maßnahmen zur Gesundheitsaufklärung von rückgekehrten Vorschulkindern in Nord-Sri Lanka.

 

   

 

Uganda

Unsichtbare Kriegsopfer – Hilfe für die Kinder in Nord-Uganda
 
Seit 2010 unterstützt das Hammer Forum das Gesundheitszentrum „Labongogali“  im Norden Ugandas. Das Gesundheitszentrum ist für das gleichnamige Dorf verantwortlich. Insgesamt leben rund 20.000 Menschen in Reichweite des Gesundheitszentrums über. Hiervon werden vor allem die jüngeren Kinder sowie Schwangere profitieren. Immerhin sind rund 50% der ugandischen Bevölkerung jünger als 15 Jahre.
Viele der Kinder leiden unter Malaria, Wurminfektionen, Durchfallerkrankungen sowie den Folgen von Mangelernährung. Insbesondere im Distrikt Amuru haben die meisten von ihnen keinen Zugang zu einer medizinischen Versorgung. Zwar ließ das ugandische Gesundheitsministerium kleine Gesundheitszentren bauen, doch nach den Jahren des Krieges mangelt es an ausgebildetem Personal, um die Gebäude mit Leben zu füllen. Dies führt zu einer hohen Kindersterblichkeit, die vermeidbar ist. Hier zu helfen, hat sich das Hammer Forum auf die Fahnen geschrieben. Begleitet werden die Maßnahmen im Gesundheitszentrum durch intensive Aufklärungskampagnen auf Dorfebene.

Viele Kinder, aber auch Erwachsene im Norden Ugandas kennen nichts anderes als Krieg, Flucht und Angst vor Zwangsrekrutierung. Während der Süden des 26 Millionen Einwohner Staates 1986 zur Ruhe kam, wurde der Norden des Landes noch weitere zwei Jahrzehnte terrorisiert. Die Lord’s Resistance Army, LRA („Widerstandsarmee des Herrn“) wurde 1987 gegründet und ist eine paramilitärische Gruppe unter der Führung von Joseph Kony, die im Norden Ugandas gegen die Regierung Musevenis und für die Errichtung eines Gottesstaates kämpfte. Die LRA galt als eine der brutalsten Rebellengruppen der Welt. Mitglieder der LRA plündern, morden, foltern und vergewaltigen praktisch wahllos in den nördlichen Regionen Ugandas. Kinder wurden entführt, um sie teils als Kindersoldaten, teils als Sex-Sklaven zu missbrauchen.

Seit 2007 herrscht Frieden im Norden Ugandas. Doch noch immer sind viele Häuser ebenso wie Schulen und Gesundheitszentren zerstört, Brunnen eingefallen und einige Landstriche sind nach wie vor vermint. Die Menschen leben deshalb oftmals unterhalb der Armutsgrenze. Verschmutztes Trinkwasser und mangelnde Hygiene, z.B. durch fehlende Latrinen, gefährden die Gesundheit der Bevölkerung.

Der erst Anfang 2009 neu gegründete Distrikt Amuru in der Grenzregion zum Südsudan gehört zu den ärmsten Distrikten Ugandas. Die Provinzhauptstadt besteht aus vier Verwaltungsgebäuden, ohne Strom und mit mangelnden Kommunikationsmöglichkeiten.